Kapitalmärkte

Renten

Mit Blick auf die für 2011 zu erwartende Geldpolitik der Zentralbanken gehen wir von einer erhöhten Wachsamkeit aus. Nach unserer Einschätzung werden die Zentralbanken zu einer Straffung der Geldpolitik bereit sein, um wenn nötig auch kurzfristig reagieren und die Reduzierung der Überschussliquidität einleiten zu können. Zinserhöhungen am kurzen Ende der Kurve werden aber vorerst von der FED und der EZB nicht erwartet. Die Frage, wie lange die Notenbanken die Leitzinsen auf dem derzeitigen niedrigen Niveau halten und ihre expansive Geldpolitik weiterverfolgen werden, lässt sich aus heutiger Sicht zwar nicht beantworten. Den Entscheidungsträgern muss jedoch vor Augen geführt werden, dass mit einer Fortdauer dieser Geldpolitik, die zweifellos ihren Beitrag zur Bewältigung der Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geleistet hat, erhebliche Zinsverluste für die Neuanlagen der Versicherungswirtschaft verbunden sind und die Erwirtschaftung nachhaltiger Überschüsse für Versicherungsunternehmen zunehmend schwieriger wird. Die Inflationserwartungen in der Eurozone dürften moderat bleiben, werden aber auch innerhalb der EZB kontrovers diskutiert. Für die USA und das UK werden die Inflationsrisiken leicht höher eingeschätzt als für die Eurozone.

Auch 2011 wird die Schuldenkrise der Euro-Peripherie-Staaten weiter im Fokus stehen. Der Refinanzierungsbedarf der Staaten ist hoch, sodass abhängig von der aktuellen Nachrichtenlage weiter mit volatilen Bewegungen gerechnet werden kann. Das Bild bleibt insgesamt sehr heterogen. Auch im Bankbereich existiert ein hoher Refinanzierungsbedarf. Banken werden nach Möglichkeit auf die Emission von Pfandbriefen (Covered Bonds) ausweichen. Auch die verschärften Eigenkapitalanforderungen nach Basel III werden die Banken 2011 beschäftigen. Die Suche nach Rendite, gepaart mit dem 2011 erwarteten hohen Emissionsvolumen von Staatsanleihen, wird zu steigenden Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen führen. Die Zinskurve sollte in diesem Umfeld vorerst noch steiler werden, bevor dann im weiteren Jahresverlauf Diskussionen über Leitzinserhöhungen zu einer Verflachung führen können. Für die Unternehmensanleihenmärkte erwarten wir unter Berücksichtigung von nachrichtengetriebenen kurzfristigen Volatilitäten weiter eine insgesamt stabile Entwicklung. Wir gehen infolge von erwarteten geldpolitischen Schritten auch für 2012 von einem höheren Zinsniveau aus.

Aktien

Unterstützt durch die Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung trauen wir den Aktienmärkten auch 2011 positive Renditen zu. Die fundamentale Bewertung liegt unterhalb der langfristigen Durchschnittsrenditen und lässt Aktien noch günstig erscheinen. Auch Dividendenrenditen sind relativ hoch und werden entsprechend die Aktienperformance stützen. Ein intakter Gewinntrend der Unternehmen stimmt ebenso positiv. Nach unserer Einschätzung steht der M&A-Zyklus erst am Anfang und wird 2011 positiv wirken. Unternehmen verfügen über genügend Barmittel und können sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld günstig refinanzieren. Die weiterhin von Zentralbanken zur Verfügung gestellte hohe Liquidität spricht für erhöhte Zuflüsse in Aktienmärkte. Unternehmen, die über eine hohe Exponierung in Wachstumsregionen verfügen, dürften sich 2011 besonders gut entwickeln. Die Gewinnschätzungen der Analysten für 2011 sind jedoch bereits sehr positiv und liegen über dem Vorkrisenniveau. Die hohen Erwartungen bergen zunehmend ein gewisses Enttäuschungspotenzial. Infolge der abnehmenden Dynamik der volkswirtschaftlichen Entwicklung werden die Unternehmensgewinne 2012 weniger dynamisch steigen als 2011. Auf Basis abnehmender Gewinndynamik gehen wir von einer für die Anlageklasse durchschnittlichen Rendite aus.