Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Die fünf im Vorjahr als Verkaufsobjekte klassifizierten Immobilien (Bilanzposition: Fremdgenutzter Grundbesitz) mit Buchwert in Höhe von 35 Mio. EUR im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland wurden alle mit wirtschaftlicher Wirkung 2010 planmäßig veräußert.

Im Segment Schaden-Rückversicherung hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rückversicherung AG (Hannover Rück) am 21. Dezember 2010 Einigung über den Verkauf ihres amerikanischen Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc., Wilmington (CIGI), an die Enstar Group Ltd., Hamilton, Bermuda, erzielt, eine auf die Abwicklung von Versicherungsgeschäften spezialisierte und auf Bermuda ansässige Gesellschaft. Die Anteile an der CIGI in Höhe von 100 % hält Hannover Rück mittelbar über die Zwischenholding Hannover Finance, Inc., Wilmington (HFI), die ebenfalls zu 100 % in den Konzernabschluss einbezogen wird. Die Käuferin erwirbt alle Anteile an der CIGI zu einem Kaufpreis in Höhe von umgerechnet 163 Mio. EUR vor endgültiger Preisfixierung, die mit Feststellung des lokalen Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2010 erfolgt. Zum Bilanzstichtag bedarf die Transaktion noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. Mit dem Vollzug der Transaktion und der damit einhergehenden Endkonsolidierung bei Hannover Rück wird im zweiten Quartal 2011 gerechnet.

Die CIGI wurde zum Bilanzstichtag gemäß IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ als Veräußerungsgruppe klassifiziert, die zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten ist. Aus dieser Bewertung waren Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 10 Mio. EUR zu erfassen, die im übrigen Ergebnis ausgewiesen wurden. Darüber hinaus wurden für Verkaufsaufwendungen in Höhe von 4 Mio. EUR eine übrige Verbindlichkeit erfasst sowie für Aufwendungen aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe eine sonstige Rückstellung in Höhe von 55 Mio. EUR gebildet. Die entsprechenden Aufwendungen sind im übrigen Ergebnis ausgewiesen.

Die sich aus der Währungsumrechnung der zur Veräußerungsgruppe zugehörigen Vermögenswerte und Schulden ergebenden kumulierten, nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile in Höhe von –29 Mio. EUR werden erst im Rahmen der Endkonsolidierung realisiert. Ergebnisse aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten des dispositiven Bestands in Höhe von 3 Mio. EUR zum Bilanzstichtag werden ebenso erst zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung realisiert.

Im Einklang mit IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ werden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe jeweils in einer Bilanzposition getrennt von den fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Geschäftsvorfälle zwischen der Veräußerungsgruppe und den fortgeführten Geschäftsbereichen des Konzerns werden in Übereinstimmung mit IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“ weiterhin vollständig eliminiert.

In der folgenden Tabelle werden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe dargestellt und in deren wesentliche Komponenten untergliedert:

Mio. EUR

31.12.2010


Aktiva

 

Kapitalanlagen

643

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand

27

Anteile der Rückversicherer an der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

831

Abrechnungsforderungen

17

Sonstige Vermögenswerte

11

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

1.529


Passiva

 

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

1.310

Depotverbindlichkeiten

27

Abrechnungsverbindlichkeiten

17

Andere Verbindlichkeiten

27

Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten

1.381

Darüber hinaus prüfen wir derzeit die Veräußerbarkeit von drei Immobilienobjekten in München, Hamburg und Köln mit Buchwerten von insgesamt 57 Mio. EUR (Bilanzposition: Fremdgenutzter Grundbesitz), die dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland zugeordnet sind. Hintergrund der für 2011 geplanten Veräußerung sind vor allem negative Vermietungsprognosen. Die Verkaufsverhandlungen sollen im ersten Quartal 2011 aufgenommen werden. Da die Voraussetzungen nach IFRS 5 zum Abschlussstichtag nicht vollumfänglich erfüllt waren, ist ein separater Ausweis als „zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ zum 31. Dezember 2010 unterblieben.