Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Hannover Rückversicherung AG hat über ihre Tochtergesellschaft Hannover Finance (Luxembourg) S. A. vier nachrangige Schuldverschreibungen am EURopäischen Kapitalmarkt platziert. Sowohl die im Jahr 2001 begebene Anleihe, deren Anleihevolumen nunmehr 138 Mio. EUR beträgt, als auch die Anleihen aus den Geschäftsjahren 2004 über 750 Mio. EUR sowie 2005 und 2010 über jeweils 500 Mio. EUR hat die Hannover Rückversicherung AG durch eine nachrangige Garantie abgesichert (zu näheren Erläuterungen bezüglich der nachrangigen Schuldverschreibungen verweisen wir auf Angabe 17 „Nachrangige Verbindlichkeiten“.

Die Garantien der Hannover Rückversicherung AG für die nachrangigen Schuldverschreibungen greifen ein, soweit fällige Zahlungen aus den Anleihen nicht seitens der jeweiligen Emittentin geleistet werden. Die Garantien decken die jeweiligen Bondvolumina sowie die bis zu den Rückzahlungszeitpunkten fälligen Zinsen ab. Da die Zinsen aus den Anleihen teilweise von den jeweils zu den Zinszahlungszeitpunkten geltenden Zinshöhen am Kapitalmarkt abhängig sind (Floating Rate), sind die maximalen, undiskontierten Beträge einer möglichen Inanspruchnahme nicht hinreichend genau schätzbar. Im Hinblick auf die Garantieleistungen hat die Hannover Rückversicherung AG keine Rückgriffsrechte außerhalb des Konzerns.

Die Talanx AG hat gegenüber den Inhabern der im Februar 2005 von ihrer Tochtergesellschaft Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. begebenen nachrangigen Schuldverschreibung eine nachrangige Garantie abgegeben. Die nachrangige Garantie hat zum Ende des Berichtszeitraums ein Volumen von 243 Mio. EUR.

Aus Pensionszusagen an ehemalige Mitarbeiter bestehen gegenüber Konzerngesellschaften Haftungsverpflichtungen in Höhe von 366 Mio. EUR.

Zur Besicherung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten gegenüber US-amerikanischen Zedenten hat die Hannover Rückversicherung AG in den USA zwei Treuhandkonten (Master Trust bzw. Supplemental Trust) gestellt. Zum Bilanzstichtag beliefen sie sich auf 2.576 (2.341) Mio. EUR bzw. 10 (—) Mio. EUR. Die in dem Treuhandkonto gehaltenen Wertpapiere werden als Kapitalanlagen des dispositiven Bestands ausgewiesen. Zusätzlich hat die Hannover Rückversicherung AG im Rahmen von so genannten Single Trust Funds ihren Zedenten weitere Sicherheiten in Höhe von 299 (310) Mio. EUR eingeräumt.

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hält die Hannover Rückversicherung AG außerhalb der USA in verschiedenen Sperrdepots und Treuhandkonten Sicherheiten vor, die sich, bezogen auf die wesentlichen Gesellschaften des Hannover Rück-Konzerns, zum Bilanzstichtag auf 1.851 (1.588) Mio. EUR beliefen.

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG hält gesperrte Bestände in Höhe von 51 (36) Mio. EUR. Die in dem Treuhandkonto gehaltenen Wertpapiere werden als Kapitalanlagen (jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente) ausgewiesen.

Bei den Sonderinvestments existieren Resteinzahlungsverpflichtungen in Höhe von 295 (351) Mio. EUR. Die Verpflichtungen bestehen im Wesentlichen bei verschiedenen Konzerngesellschaften. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Private Equity Funds und Venture-Capital-Gesellschaften in Form von Personengesellschaften.

Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Der Gesamtbetrag belief sich zum Bilanzstichtag auf 2.842 (2.648) Mio. EUR. Die in einigen der zugrunde liegenden Avalrahmenkreditverträge enthaltenen, marktüblichen vertraglichen Klauseln zur Einhaltung vereinbarter Auflagen erläutern wir im Abschnitt „Management von Liquiditätsrisiken“ des Kapitels „Ausprägung von Risiken aufgrund von Versicherungsverträgen und Finanzinstrumenten“.

Für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengesellschaften und Immobilientransaktionen hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten die im Rahmen dieser Transaktionen üblichen Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 258 (174) Mio. EUR beträgt.

Im Bereich der Kapitalanlagen bestanden zum Ende des Geschäftsjahres bei einigen Konzerngesellschaften mögliche finanzielle Verpflichtungen aus strukturierten Papieren durch Andienungsrechte von Emittenten in Höhe von insgesamt 170 Mio. EUR. Die möglichen Inanspruchnahmen betragen 159 Mio. EUR für 2011 und 11 Mio. EUR für 2012.

Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2010 sonstige finanzielle Verpflichtungen für gezeichnetes, aber noch nicht ausgezahltes Investitionsvolumen in Höhe von 38 Mio. EUR. Die zugesagten, noch nicht ausgezahlten Baufinanzierungsdarlehen an Versicherungsnehmer beliefen sich auf 1 Mio. EUR.

Verpflichtungen für vertraglich vereinbarte zukünftige Serviceleistungen im Zusammenhang mit IT-Auslagerungsverträgen beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf insgesamt 174 (102) Mio. EUR.

Aus abgeschlossenen Dienstleistungs- und Serviceverträgen bestehen vertragliche Verpflichtungen in Höhe von 12 Mio. EUR.

Weitere finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Avalkrediten in Höhe von 7 Mio. EUR und aus sonstigen Vertragsverhältnissen in Höhe von 28 Mio. EUR.

Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse.

Die Lebensversicherungsgesellschaften des Konzerns sind gemäß §§ 124 ff. VAG Mitglied des Sicherungsfonds für die Lebensversicherer. Der Sicherungsfonds erhebt auf Grundlage der Sicherungsfonds-Finanzierungs-Verordnung (Leben) jährlich Beiträge von maximal 0,2 Promille der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 Promille der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen aufgebaut ist. Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 Promille der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen erheben. Zusätzlich haben sich die Gesellschaften verpflichtet, dem Sicherungsfonds oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs-AG, Berlin, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen (HGB) unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung der Gesellschaften 372 Mio. EUR.

Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte.