Konsolidierung von Zweckgesellschaften

Hinsichtlich der Konsolidierung von Zweckgesellschaften unterscheidet der Konzern im Folgenden die Bereiche Kapitalanlagen (ohne Spezial- und Publikumsfonds), Verbriefung von Rückversicherungsrisiken und Insurance-Linked Securities (ILS). Diese Zweckgesellschaften sind nach SIC-12 „Konsolidierung – Zweckgesellschaften“ hinsichtlich ihrer Konsolidierungspflicht zu untersuchen. In Fällen, in denen die IFRS keine spezifischen Regelungen enthalten, stützen wir uns unter Anwendung von IAS 8 im Rahmen der Analyse auch auf die relevanten US-GAAP-Vorschriften.

Kapitalanlagen

Im Rahmen des Kapitalanlagemanagements beteiligt sich unsere Tochtergesellschaft Hannover Rückversicherung AG, Hannover, seit dem Jahr 1988 an einer Vielzahl von Zweckgesellschaften, im Wesentlichen Fonds, die ihrerseits bestimmte Formen von Eigen- und Fremdkapitalanlagegeschäft tätigen. Im Ergebnis unserer Analyse der Geschäftsbeziehungen mit diesen Gesellschaften kamen wir zu dem Schluss, dass der Konzern in keiner dieser Transaktionen einen kontrollierenden Einfluss ausübt und daher keiner Konsolidierungsnotwendigkeit unterliegt.

Die Hannover Rückversicherung AG beteiligt sich im Wesentlichen über die Gesellschaften Sequaero ILS Fund Ltd., Grand Cayman/Cayman Islands, und Hannover Insurance-Linked Securities GmbH & Co. KG, Hannover, durch die Investition in Katastrophenanleihen an einer Reihe von Zweckgesellschaften zur Verbriefung dieser Katastrophenrisiken. Auch bei diesen Transaktionen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einflusses seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspflicht.

Verbriefung von Rückversicherungsrisiken

Die Verbriefung von Rückversicherungsrisiken wird im Wesentlichen unter Verwendung von Zweckgesellschaften strukturiert.

Im Juli 2009 hat die Hannover Rückversicherung AG eine Katastrophenanleihe (Cat Bond) emittiert, um Spitzenrisiken bei Naturkatastrophen durch europäische Winterstürme in den Kapitalmarkt zu transferieren. Der Cat Bond in Höhe von nominal 150 Mio. EUR hat eine Laufzeit bis 31. März 2012 und wurde von Eurus II Ltd., einer auf den Cayman Islands ansässigen Zweckgesellschaft, bei institutionellen Investoren aus Europa und Nordamerika platziert. Die Hannover Rückversicherung AG übt keinen kontrollierenden Einfluss auf die Zweckgesellschaft aus. Unter IFRS ist diese Transaktion als Finanzinstrument zu bilanzieren.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 hat die Hannover Rückversicherung AG im Rahmen der „K6“-Transaktion weitere Zeichnungskapazität für Katastrophenrisiken am Kapitalmarkt beschafft. Bei dieser Verbriefung, die bei nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Investoren platziert wurde, handelt es sich um eine quotale Abgabe auf das weltweite Naturkatastrophengeschäft sowie Luftfahrt- und Transportrisiken. Das Volumen von „K6“ wurde im Berichtsjahr aufgestockt und beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet 249 (123) Mio. EUR. Die Transaktion hat eine geplante Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011 bzw. bis zum 31. Dezember 2012 für die im Berichtsjahr neu platzierten Anteile. Für diese Transaktion wird Kaith Re Ltd., eine auf Bermuda ansässige Zweckgesellschaft, genutzt.

Darüber hinaus nutzt die Hannover Rückversicherung AG die Zweckgesellschaft Kaith Re Ltd. für diverse Retrozessionen ihrer traditionellen Deckungen an institutionelle Investoren. Gemäß SIC-12 wird Kaith Re Ltd. in den Konzernabschluss einbezogen.

Mit Wirkung zum 26. April 2010 hat die Hannover Rückversicherung AG durch Inanspruchnahme ihres vorzeitigen Kündigungsrechts den der „Merlin“-Transaktion zugrunde liegenden Credit Default Swap aufgelöst. Mit dieser Transaktion hat die Hannover Rück-Gruppe seit dem Jahr 2007 Risiken aus Rückversicherungsforderungen in den Kapitalmarkt transferiert. Die zur Besicherung dienenden Wertpapiere wurden über die Zweckgesellschaft Merlin CDO I B.V. begeben, über die die Hannover Rückversicherung AG keinen kontrollierenden Einfluss ausgeübt hat.

Insurance-Linked Securities (ILS)

Im Verlauf des Jahres 2010 hat die Hannover Rückversicherung AG im Rahmen ihrer erweiterten Insurance-Linked Securities (ILS)-Aktivitäten eine Reihe so genannter besicherter Fronting-Verträge gezeichnet, bei denen von Zedenten übernommene Risiken unter Nutzung von Zweckgesellschaften an konzernfremde institutionelle Investoren abgegeben werden. Die Zielsetzung dieser Transaktionen ist der direkte Transfer von Kundengeschäft. Bei diesen Strukturen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einflusses über die jeweils involvierten Zweckgesellschaften seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspflicht.

Die in diesem Zusammenhang größte einzelne Transaktion ist „FacPool Re“, mit der die Hannover Rückversicherung AG seit September 2009 ein Portefeuille fakultativer Rückversicherungsrisiken in den Kapitalmarkt transferiert. Die Verträge, die weltweite Einzelrisiken abdecken, werden von einem konzernfremden Maklerhaus vermittelt, von der Hannover Rückversicherung AG gezeichnet und unter Nutzung eines Dienstleisters im Kapitalmarkt platziert. Die Transaktion „FacPool Re“ setzt sich aus einer Quotenrückversicherung und zwei nichtproportionalen Rückversicherungsabgaben zusammen. Die Höhe des bereitgestellten Kapitals beträgt umgerechnet insgesamt 45 (42) Mio. EUR, wovon die Hannover Rückversicherung AG etwa 4 (4) Mio. EUR trägt und darüber hinaus Schäden übernimmt, die die Kapazität von „FacPool Re“ überschreiten. Die Laufzeit der Transaktion beträgt etwa zweieinhalb Jahre. An den Rückversicherungsabgaben innerhalb von „FacPool Re“ ist eine Reihe von Zweckgesellschaften beteiligt, an denen die Hannover Rückversicherung AG keine Anteile hält und aus deren Tätigkeiten die Hannover Rückversicherung AG über keine ihrer Geschäftsbeziehungen eine Mehrheit des ökonomischen Nutzens bzw. der Risiken zieht.