Erläuterungen zur Konzernbilanz – Passiva

(22) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Konzernunternehmen erteilen ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Pensionszusagen. Die Art der Pensionszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung und umfasst grundsätzlich eine Alters- und Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenrente. Der Pensionsanspruch ist dienstzeit- und gehaltsabhängig. Der überwiegende Teil der Pensionszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen.

Bei leistungsorientierten Pensionsplänen wird dem Berechtigten eine bestimmte Leistung zugesagt; im Gegensatz zu den beitragsorientierten Pensionsplänen sind die von dem Unternehmen zu erbringenden Aufwendungen aus den Leistungszusagen nicht von vornherein festgelegt. Bei den Zusagen an inländische Mitarbeiter handelt es sich überwiegend um durch das Unternehmen finanzierte Zusagen; Pensionsfonds bestehen nicht.

Zusätzlich besteht für die Mitarbeiter die Möglichkeit, durch Mitgliedschaft in der HDI-Gerling Pensionskasse AG im Wege der Entgeltumwandlung eine zusätzliche Altersversorgung aufzubauen. Die Leistungen der HDI-Gerling Pensionskasse AG werden für ihre Mitglieder und deren Hinterbliebene garantiert und umfassen die klassische Rentenversicherung auf Basis eines Bonussystems sowie die fondsorientierte Hybridrentenversicherung. Für die Mitarbeiter der ehemaligen Gerling-Gruppe besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung bei der Gerling Versorgungskasse VVaG. Die Arbeitgebergesellschaften übernehmen hier die Verwaltungskosten und haften für die Erfüllbarkeit der Lebensversicherungsverträge in Form einer Nachschusspflicht.

Die Pensionsrückstellungen werden gemäß IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ nach der „Projected Unit Credit Method“ gebildet. Sie errechnen sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen und berücksichtigen die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und die geschätzte künftige Gehaltsentwicklung des Pensionsberechtigten. Die Diskontierung der Leistungsansprüche erfolgt unter Ansatz eines konzerneinheitlichen Mischzinssatzes.

Für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:

 

2010

2009

Bewertungsparameter/Annahmen gewichtet in %

   

Abzinsungsfaktor

4,52

5,31

Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens

5,78

6,08

 

2010

2009

Bewertungs- parameter/ Annahmen

Deutschland

USA

UK

Sonstige

Deutschland

USA

UK

Sonstige

in %

               

Erwarteter Gehalts- und Karrieretrend

2,75

2,5–5,0

3

4,75

2,5–5,2

Rentendynamik

2

2

3,4

2,0–3,0

2,25

2

3,25

2,0–3,0

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts

2010

2009

Mio. EUR

   

Anwartschaftsbarwert 1.1. des Geschäftsjahres

1.424

1.246

Laufender Dienstzeitaufwand

12

14

Zinsaufwand

74

76

Gehaltsumwandlungen der Arbeitnehmer

1

2

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

131

113

Währungsumrechnung

5

42

Gezahlte Pensionen

–68

–66

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

1

Unternehmenszu- und -abgänge

–1

–1

Plankürzungen

–2

Anwartschaftsbarwert 31.12. des Geschäftsjahres

1.579

1.424

Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionszusagen ergibt sich aus der folgenden Darstellung:

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts

2010

2009

Mio. EUR

   

Anwartschaftsbarwert für nicht fondsfinanzierte Pläne

1.506

1.366

Anwartschaftsbarwert für ganz oder teilweise fondsfinanzierte Pläne

73

58

Anwartschaftsbarwert 31.12. des Geschäftsjahres

1.579

1.424

Zeitwert des Planvermögens

–82

–70

Finanzierungsstatus

1.497

1.354

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens hat sich dabei wie folgt entwickelt:

Veränderung des Planvermögens

2010

2009

Mio. EUR

   

Zeitwert 1.1. des Geschäftsjahres

70

57

Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen

3

2

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

7

6

Währungsumrechnung

4

3

Beiträge der Arbeitgeber

4

4

Gezahlte Pensionen

–3

–2

Planabgeltungen

–3

Unternehmenszu- und -abgänge

Zeitwert 31.12. des Geschäftsjahres

82

70

Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportefeuilles setzt sich wie folgt zusammen:

Portefeuillestruktur des Planvermögens

2010

2009

in %

   

Festverzinsliche Wertpapiere

54

54

Aktien

18

19

Sonstiges

28

27

Gesamt

100

100

Die erwartete langfristige Vermögensrendite je Anlageklasse beruht auf Studien zu historischen und geschätzten zukünftigen Renditesätzen.

Im Zeitwert des Planvermögens sind zum Bilanzstichtag Beträge in Höhe von 33 (30) Mio. EUR für eigene Finanzinstrumente enthalten.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 3 (5) Mio. EUR.

Im Folgenden wird eine Überleitung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen auf den bilanzierten Stand der Pensionsrückstellung dargestellt:

Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Verpflichtung

2010

2009

Mio. EUR

   

Anwartschaftsbarwert 31.12. des Geschäftsjahres

1.579

1.424

Zeitwert des Planvermögens 31.12. des Geschäftsjahres

–82

–70

Finanzierungsstatus 31.12. des Geschäftsjahres

1.497

1.354

     

Noch nicht getilgte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

–180

–56

Noch nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

–1

Netto-Pensionsrückstellung 31.12. des Geschäftsjahres

1.316

1.298

Die bilanzierte Rückstellung hat sich dabei wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Pensionsrückstellung

2010

2009

Mio. EUR

   

Bilanzwert 1.1. des Geschäftsjahres

1.298

1.272

Währungsumrechnung

1

Veränderung des Konsolidierungskreises

–6

Netto-Pensionsaufwand

92

92

Gehaltsumwandlungen der Arbeitnehmer

Gezahlte Beiträge

–2

–3

Gezahlte Pensionen

–68

–66

Umgliederungen und sonstige Bewegungen

1

3

Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5

Bilanzwert 31.12. des Geschäftsjahres

1.316

1.298

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gesamtaufwand für leistungsorientierte Pensionspläne (Saldo aus Aufwendungen und Erträgen) setzt sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung der Netto-Pensionsaufwendungen

2010

2009

Mio. EUR

   

Laufender Dienstzeitaufwand

12

13

Zinsaufwand

74

76

Erwarteter Ertrag aus Planvermögen

–3

–2

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

9

7

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

Auswirkungen von Plankürzungen

–2

Netto-Pensionsaufwendungen Geschäftsjahr

92

92

Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 2 (3) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind.

Die Netto-Pensionsaufwendungen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 12 (14) Mio. EUR unter den Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen, in Höhe von 79 (77) Mio. EUR in den sonstigen Aufwendungen sowie in Höhe von 1 (1) Mio. EUR in den sonstigen Kapitalanlageaufwendungen erfasst.

Beitragsorientierte Leistungszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 4 (4) Mio. EUR, davon entfällt nur ein geringer Betrag auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen.