Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(35) Ertragsteuern

Unter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Die Grundsätze der Berücksichtigung latenter Steuern sind im Abschnitt „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ dargestellt. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet.

Die tatsächlichen und die latenten Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

Ertragsteuern

2010

2009 1)

Mio. EUR

   

Tatsächliche Steuern für das Berichtsjahr

416

370

Periodenfremde tatsächliche Steuern

–79

24

Latente Steuern aufgrund temporärer Unterschiede

–27

74

Latente Steuern aus Verlustvorträgen

–82

1

Veränderung latenter Steuern aus Steuersatzänderungen

2

Ausgewiesener Steueraufwand

228

471


1) Angepasst aufgrund IAS 8

Aufteilung des ausgewiesenen Steueraufwands/-ertrags auf In- und Ausland

2010

2009 1)

Mio. EUR

   

Laufende Steuern

337

394

Inland

249

306

Ausland

88

88

Latente Steuern

–109

77

Inland

–123

100

Ausland

14

–23

Gesamt

228

471


1) Angepasst aufgrund IAS 8

Die Finanzverwaltung hat die Auffassung vertreten, dass nicht unerhebliche Kapitaleinkünfte, die die in Irland ansässigen Rückversicherungstochtergesellschaften des Konzerns erzielt haben, aufgrund der Regelungen des Außensteuergesetzes bei der Muttergesellschaft in Deutschland der Hinzurechnungsbesteuerung unterliegen. Gegen die entsprechenden Steuerbescheide wurden, auch hinsichtlich der bereits als Steueraufwand berücksichtigten Beträge, Rechtsmittel eingelegt. Unsere Auffassung, dass die Kapitaleinkünfte in Deutschland nicht der Besteuerung unterliegen, ist sowohl in einem erstinstanzlichen Verfahren als auch in einem Verfahren vor dem Bundesfinanzhof für den Veranlagungszeitraum 1996 bestätigt worden. Die entsprechenden Grundlagenbescheide wurden von der Finanzverwaltung bereits teilweise aufgehoben, die noch ausstehenden Aufhebungsbescheide werden in Kürze ergehen.

Die im Geschäftsjahr direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern – resultierend aus Posten, die direkt dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden – beliefen sich auf –20 (–94) Mio. EUR.

Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang zwischen dem erwarteten
Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde, und dem tatsächlichen Steueraufwand dar:

Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand

2010

2009 1)

Mio. EUR

   

Ergebnis vor Einkommen- und Ertragsteuern

898

1.364

Erwarteter Steuersatz

31,6 %

31,6 %

Erwarteter Steueraufwand

284

431

Veränderung der latenten Steuersätze

1

Besteuerungsunterschiede bei den Auslandstöchtern

–42

–115

Nicht abzugsfähige Aufwendungen

115

152

Steuerfreie Erträge

–83

–65

Wertberichtigung

25

10

Aperiodischer Steueraufwand

–84

45

Sonstige

13

12

Ausgewiesener Steueraufwand

228

471


1) Angepasst aufgrund IAS 8

Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 31,6 %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt.

Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 25,4 (34,5) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen.