Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei einigen Bilanzposten zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen bzw. Schätzungen – welche die Zukunft betreffen –, die sich auf Ausweis, Ansatz und Bewertung in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Angaben zu Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag auswirken. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten bzw. Eventualforderungen/-verbindlichkeiten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert bzw. sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden oder direkt in den Erläuterungen zu den einzelnen Positionen dargestellt.

Impairment-Test der Firmenwerte (Goodwill): Der Konzern untersucht, in Einklang mit Abschnitt „Geschäfts- oder Firmenwert“, ob eine Wertminderung des Goodwills vorliegt. Sofern der erzielbare Betrag auf Berechnungen des Nutzungswerts basiert, werden entsprechende Annahmen zugrunde gelegt (siehe Angabe 1 „Geschäfts- oder Firmenwert“).

Beizulegender Zeitwert derivativer und sonstiger Finanzinstrumente: Die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten sowie Wertminderungen von nicht auf einem aktiven Markt gehandelten Finanzinstrumenten (z. B. Derivate im Zusammenhang mit Modified Coinsurance-/Coinsurance Funds Withheld-Verträgen) werden durch geeignete Bewertungstechniken bestimmt. Wir verweisen insoweit auf unsere Ausführungen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie die Aufgreifkriterien zur Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs bestimmter Finanzinstrumente im Abschnitt „Kapitalanlagen einschließlich Erträge und Aufwendungen“.

Versicherungstechnische Rückstellungen: Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, welche hinsichtlich Höhe oder Fälligkeit unsicher sind, werden nach „Best Estimate“-Grundsätzen in Höhe ihrer wahrscheinlichen Inanspruchnahme bilanziert. Die tatsächlichen Zahlungen für Versicherungsfälle können höher oder niedriger ausfallen; hieraus entstehende Abwicklungsgewinne und -verluste wirken sich ergebniswirksam aus. Im Bereich der Lebensversicherung bzw. Personenrückversicherung hängt die Ermittlung der Reserven und Vermögenswerte entscheidend von aktuariellen Projektionen des Geschäfts ab. Hierbei werden wesentliche Eingabe-parameter entweder vorbestimmt durch den Tarif (z. B. eingerechnete Kosten, Prämienhöhe, Rechnungszins) oder geschätzt (z. B. Sterbe-, Invaliditäts- oder Stornowahrscheinlichkeiten). Diese Annahmen sind u. a. stark abhängig von länderspezifischen Parametern, Vertriebsweg, Qualität der Antragsprüfung und Rückversicherungsform. Für die Bilanzierung nach US-GAAP werden diese Annahmen zu jedem Abschlussstichtag überprüft und später an die tatsächliche Projektion angepasst. Die sich hieraus ergebenden Effekte spiegeln sich u. a. als True-up-Anpassungen grundsätzlich in den Bilanzpositionen „Sonstige immaterielle Vermögenswerte“, „Abgegrenzte Abschlusskosten“, „Rückstellung für Beitragsrückerstattung“ (latente RfB) und ggf. der „Deckungsrückstellung“ (Finanzierung der Schlussgewinne) wider.

Abgegrenzte Abschlusskosten: Die Rechnungsgrundlagen zur Amortisation der abgegrenzten Abschlusskosten werden laufend überprüft und ggf. angepasst. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit werden regelmäßig Kontrollen hinsichtlich z. B. Gewinnverläufen, Stornoannahmen- und Ausfallwahrscheinlichkeiten vorgenommen.

Erworbene Versicherungsbestände (PVFP): Der Bestandswert ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Lebensversicherungsverträgen im Zeitpunkt des Erwerbs und wird auf Basis aktuarieller Methoden bestimmt. Unsicherheiten können u. a. in der Erwartung dieser Nettozahlungsströme bestehen.

Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern: Insbesondere erfolgen Einschätzungen hinsichtlich der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge vor allem im Zusammenhang mit bilanzierten passiven latenten Steuern und geplanten zukünftigen Erträgen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Der Barwert der Pensionsverpflichtungen wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Berechnung der Nettoaufwendungen (bzw. -erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Abzinsungssatz mit ein. Weitere wesentliche Annahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtungen finden sich auch in Angabe 22 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ dieses Anhangs.

Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.