Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler

Im Berichtsjahr 2010 haben wir die Vorjahreszahlen entsprechend den Vorschriften des IAS 8 „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler“ für nachfolgende Sachverhalte rückwirkend zum 31. Dezember 2009 angepasst:

a) Infolge eines bereits zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung 2009 beschlossenen konzerninternen Verkaufs eines gewinnbeteiligungspflichtigen Lebensversicherers zum Buchwert an einen Nichtlebensversicherer – der Eigentumsübergang erfolgte 2010 – war zu diesem Zeitpunkt eine Werthaltigkeit der zum 31. Dezember 2009 aktivierten latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) nicht mehr gegeben. Hieraus ergab sich im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ein korrekturbedürftiger Ausweis von aktiver latenter RfB und aktiver latenter Steuer von 33 Mio. EUR. Der um diesen Betrag erhöhte Gewinnausweis im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland wurde rückwirkend ergebniswirksam (nach Steuern) in der Vergleichsperiode 2009 durch Abschreibung der zu hoch ausgewiesenen Aktivposten reduziert. Die im Vergleichszeitraum bis zum 31. Dezember 2009 ausgewiesenen Gewinnrücklagen verringerten sich entsprechend um diesen Betrag. Die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009 war hieraus nicht betroffen, da die Veräußerungsentscheidung erst im vierten Quartal 2009 gefasst wurde.

b) Darüber hinaus haben wir im ersten Quartal 2010 eine korrekturbedürftige Buchung aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit der Erfassung eines Großschadens im Segment Industrieversicherung bereinigt. Die Rückentlastung wurde zweifach gebucht, sodass die Positionen „Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen“ sowie die „entsprechende Steuerabgrenzung“ zu korrigieren waren. Die Vorjahresangaben zum 31. Dezember 2009 wurden in Höhe von 8 Mio. EUR ergebniswirksam (nach Steuern) geändert. Daraus resultierte eine Verminderung der Gewinnrücklagen in gleicher Höhe. Die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009 war von der Korrektur nicht betroffen, da die fehlerhafte Erfassung des Schadens erst im vierten Quartal 2009 erfolgte.

c) Im zweiten Quartal 2010 wurde die Währungsumrechnung von aus der Übernahme eines US-Lebensrückversicherungsportfolios resultierenden PVFP, Segment Personen-Rückversicherung, rückwirkend zum 31. Dezember 2009 in Höhe von 2 Mio. EUR angepasst; davon entfällt 1 Mio. EUR auf Anteile anderer Gesellschafter. Die im Vergleichszeitraum ausgewiesenen Gewinnrücklagen sowie der Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich jeweils um 1 Mio. EUR.

d) Im Geschäftsjahr 2010 hat der Konzern den bilanziellen Ausweis bestimmter Lebensrückversicherungsverträge korrigiert. Nach den anzuwendenden US-GAAP-Vorschriften (FASB ASC 340–30) sind bei diesen Verträgen versicherungstechnische Aktiva und Passiva in der Bilanz saldiert darzustellen. Die Anwendung dieser Saldierungsvorschriften wurde in vorangegangenen Berichtsperioden nicht konzerneinheitlich vorgenommen. Den Regelungen des Standards IAS 8 folgend haben wir daher die Vergleichszahlen im vorliegenden Abschluss angepasst. Die Anpassungen haben in keiner der vorangegangenen Berichtsperioden Auswirkungen auf das Konzernergebnis oder das Eigenkapital. Zum 31. Dezember 2009 verringern sich die Bilanzpositionen „Depotforderungen“ und „Depotverbindlichkeiten aus Finanzierungsgeschäften“ gegenüber den ursprünglich ausgewiesenen Werten um jeweils 1.429 Mio. EUR. Die Verringerung dieser Bilanzpositionen in der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009 beträgt jeweils 1.852 Mio. EUR.

Die im Geschäftsjahr 2010 durchgeführten Anpassungen gemäß IAS 8 wirkten sich auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2009 wie nachfolgend dargestellt aus. Die einzelnen Sachverhalte sind entsprechend den vorstehenden Erläuterungen mit den Buchstaben a) bis d) gekennzeichnet:

Konzernbilanz

31.12.2009 wie ausgewiesen

Veränderungen aus
Anpassungen gemäß IAS 8 mit Wirkung auf 2009

31.12.2009

Mio. EUR  

zu a)

zu b)

zu c)

zu d)

 
Aktiva            
A. b.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

2.152

2

2.154

B. g.

Depotforderungen

10.778

–1.429

9.349

D.

Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen

5.974

–12

5.962

             

Passiva

           
A. b.

Rücklagen

4.354

–33

–8

1

4.314

A. c.

Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital

2.578

1

2.579

C. d.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

1.242

32

1.274

F. b.

Depotverbindlichkeiten

5.943

–1.429

4.514

G.

Passive Steuerabgrenzung

1.512

1

–4

1.509

Auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2009 haben sich die folgenden Auswirkungen ergeben:

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

31.12.2009 wie ausgewiesen

Veränderungen aus
Anpassungen gemäß IAS 8 mit Wirkung auf 2009

31.12.2009

Mio. EUR

 

zu a)

zu b)

zu c)

 
6.

Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto

15.069

32

15.101

6.

Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto – Anteile der Rückversicherer

1.055

–12

1.043

10. b.

Sonstige nichttechnische Aufwendungen 1)

1.007

–2

1.005

13.

Ertragsteuern

474

1

–4

471

Jahresergebnis
– davon Anteile anderer Gesellschafter

407

1

408

Jahresergebnis
– davon Konzernergebnis

525

–33

–8

1

485


1)
Nach angepasster Darstellung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die folgenden Sachverhalte haben wir im Geschäftsjahr 2010 über eine Anpassung der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2010 korrigiert; eine rückwirkende Anwendung für frühere Perioden wurde unterlassen, da insoweit die Ermittlung der periodenbezogenen Anpassungsbeträge nicht durchführbar war bzw. unter Kosten-Nutzen-Aspekten nicht angezeigt schien:

a) Abgaben an den Rückversicherer aus einem Versicherungsvertrag im Segment Industrieversicherung, die in der Vergangenheit nicht korrekt erfasst wurden, wurden in der aktuellen Berichtsperiode nachgeholt. Dies reduzierte die Gewinnrücklagen (nach Steuern) um 12 Mio. EUR.

b) Bei der Umstellung der Datenzulieferung für ein bestimmtes Investmentportfolio wurde die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, an deren Wertentwicklung auch Versicherungsnehmer partizipieren, auf einheitliche Methoden umgestellt. Aus diesem Vorgang resultierte eine Verminderung der Gewinnrücklagen um 3 Mio. EUR; in gleicher Höhe stiegen die Übrigen Rücklagen.

Die Anpassungen wirkten sich auf die Eröffnungsbilanz 2010 folgendermaßen aus:

Konzernbilanz

Anpassungen 2010

Mio. EUR

zu a)

zu b)

Aktiva

   
D.

Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen

–18

     

Passiva

   
A. b.

Rücklagen – Gewinnrücklagen

–12

–3

A. b.

Rücklagen – Übrige Rücklagen

3

G.

Passive Steuerabgrenzung

–6