Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS

Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichen Standards, die 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewandt wurden

Nachfolgend werden Einschätzungen des Konzerns zu den Auswirkungen dieser neuen Standards, Interpretationen und Änderungen an bestehenden Vorschriften erläutert.

IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ wurde im November 2009 veröffentlicht und ersetzt IAS 24 (2003). Der neue Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Als wesentliche Neuerungen verlangt die Änderung beispielsweise Angaben zu Garantien und Zusagen sowie zu Verpflichtungen, die vom Eintritt (oder Nichteintritt) bestimmter zukünftiger Ereignisse abhängen. Darüber hinaus wird die Definition eines nahestehenden Unternehmens oder einer nahestehenden Person präzisiert. Der Standard, dessen Auswirkungen auf den Konzern derzeit geprüft werden, ist durch die EU im Juli 2010 ratifiziert worden.

Im Dezember 2009 hat die EU Änderungen an IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung – Einstufung von Bezugsrechten“ in europäisches Recht übernommen. Der IAS 32 wurde dahingehend ergänzt, dass Bezugsrechte sowie Optionen und Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile gegen einen festen Betrag in einer beliebigen Währung als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen sind, solange diese anteilig allen bestehenden Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden. Die Änderung zu IAS 32 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden nicht erwartet.

IFRIC 14 „IAS 19 – Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungspflichten“: Diese Änderung wurde im Juli 2010 von der EU ratifiziert und ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Die Neuerungen sind von Relevanz, wenn ein Versorgungsplan eine Mindestdotierungsverpflichtung vorsieht und das Unternehmen Beitragsvorauszahlungen auf diese leistet. Auswirkungen auf den Konzern werden derzeit nicht erwartet.

Im November 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung beim Schuldner, wenn neu verhandelte Vertragsbedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit es diesem erlauben, die finanzielle Verbindlichkeit ganz oder teilweise durch die Ausgabe eigener Eigenkapitalinstrumente zu tilgen (so genannte Debt for Equity Swaps). Die Eigenkapitalinstrumente sind im Zugangszeitpunkt grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Unterschiedsbeträge zwischen dem Fair Value des Eigenkapitalinstruments und dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit sind in der Gewinn- und Verlustrechnung anzusetzen. Die Interpretation ist im Juli 2010 durch die EU übernommen worden und für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Wir erwarten aus der Anwendung der neuen Vorschrift keinen Einfluss auf den Konzern.

Ebenfalls im November 2009 hat das IASB einen neuen Standard zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten veröffentlicht, welcher im Oktober 2010 um Regelungen zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten erweitert wurde. IFRS 9 ist der erste Teil eines dreiphasigen Projekts, welches künftig den IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ ersetzen wird. Der neue Standard enthält eine überarbeitete Kategorisierung von Finanzinstrumenten. Demnach soll es künftig nur noch zwei Kategorien finanzieller Vermögenswerte geben: „at fair value“ und „amortized costs“. Eine Umklassifizierung ist nur noch möglich, sofern sich das Geschäftsmodell wesentlich ändert. Anlagen in Eigenkapitalinstrumente, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, sind in der Bilanz zum Fair Value anzusetzen. Die Wertveränderungen werden erfolgswirksam erfasst. Ausnahme sind die Anlagen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, diese zum Fair Value mit Erfassung der Veränderungen im sonstigen Gesamtergebnis (at fair value through other comprehensive income) anzusetzen. Der Konzern hat die vollen Auswirkungen des IFRS 9 noch zu analysieren. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die Neuerungen u. a. Einfluss auf die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Der Standard ist erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden; eine Übernahme in europäisches Recht ist noch nicht erfolgt.

Das IASB hat am 7. Oktober 2010 Änderungen zu IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“ veröffentlicht, welche Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, betreffen. Gegenstand der Änderungen sind Angabepflichten im Zusammenhang mit dem Transfer von finanziellen Vermögenswerten. Ein Transfer von finanziellen Vermögenswerten liegt beispielsweise beim Verkauf von Forderungen oder bei so genannten Asset-Backed-Securities (ABS)-Transaktionen vor. Eine Ratifizierung durch die EU ist noch nicht erfolgt. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Mai 2010 hat das IASB den dritten jährlich erscheinenden Sammelstandard (2010) zur Vornahme kleinerer Änderungen an den IFRS, die so genannten „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Die meisten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden; die EU hat den Standard im Februar 2011 ratifiziert. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen dieser Änderungen auf den Konzernabschluss.

Das IASB hat im Dezember 2010 Änderungen zu IAS 12 „Ertragsteuern“ veröffentlicht, welche noch nicht durch die EU übernommen wurden. Diese Neuerungen enthalten eine Klarstellung zur Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“. Die Ergänzung tritt für Berichtsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, in Kraft. Wir erwarten aus der Anwendung dieser Änderungen keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.