Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS

Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von Standards

IFRS 3 (geändert 2008) „Unternehmenszusammenschlüsse“ und daraus folgende Änderungen zu IAS 27 „Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS“, IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen“ und IAS 31 „Gemeinschaftsunternehmen“ sind anzuwenden auf Erwerbe in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen:

Der überarbeitete Standard (IFRS 3), welcher am 3. Juni 2009 durch die EU ratifiziert worden ist, schreibt unverändert die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen vor, jedoch mit einigen wesentlichen Änderungen. Zum Beispiel: Alle Unternehmenskaufpreiszahlungen werden zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hierbei werden bedingte Gegenleistungen als Schuld angesetzt und Änderungen in der Folgebewertung ergebniswirksam erfasst. Es besteht ein Wahlrecht, pro Erwerb den Minderheitsanteil entweder zum beizulegenden Zeitwert oder mit dem anteiligen neu bewerteten Eigenkapital anzusetzen. Sämtliche akquisitionsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst.

Der Standard wurde im Konzern u. a. für den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der HDI Strakhovanie am 7. Juli 2010 angewendet. Weitere Details des Unternehmenserwerbs im Geschäftsjahr sind im Abschnitt „Unternehmenszusammenschlüsse der Berichtsperiode“ dieses Anhangs dargestellt.

Der überarbeitete IAS 27 verlangt die Erfassung aller Auswirkungen aus Transaktionen mit Minderheitsgesellschaftern im Eigenkapital, sofern sich keine Änderung in der Beherrschung ergibt und diese Transaktion weder zu einem Goodwill noch zu Gewinnen und Verlusten führen. Im Falle des Verlusts der Beherrschung gibt der Standard eine detaillierte Anweisung zur bilanziellen Abbildung vor. Danach ist der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und ein aus der Neubewertung entstehender Gewinn oder Verlust als solcher auszuweisen. Auf die Berichtsperiode hat der überarbeitete Standard Auswirkung gehabt, da u. a. Transaktionen mit Minderheitsgesellschaftern stattgefunden haben, welche im Kapitel „Konsolidierung“, Abschnitt „Konsolidierungskreis“ dieses Anhangs erläutert werden.

Der Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (2009) enthält verschiedene Änderungssachverhalte, die zwölf bestehende IFRS (zehn Standards und zwei Interpretationen) betreffen, und ist der zweite im Rahmen des seit 2006 existierenden Projekts „Jährliche Verbesserungen an den IFRS“ veröffentlichte Standard. Die Mehrzahl der Änderungen ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen, anzuwenden und hatte für den Konzern keine signifikanten Auswirkungen.

Zusätzlich zu den oben aufgeführten Rechnungslegungsvorschriften wurden folgende Änderungen von Standards und Interpretationen zum 1. Januar 2010 beachtet:

  • IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“: Die neue Fassung des IFRS 1 beinhaltet die Regelungen des vorher geltenden Standards, unterscheidet sich aber in seiner Gliederung. Darüber hinaus wurden mit den Standardänderungen „Zusätzliche Ausnahmen für erstmalige Anwender“ Vereinfachungen in IFRS 1 aufgenommen, die u. a. die Öl- und Gasindustrie bzw. die Anwendung des IFRIC 4 „Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält“ betreffen. Der überarbeitete Standard hatte keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.
  • IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“: Die Änderungen betreffen den Anwendungsbereich von IFRS 2 und enthalten darüber hinaus eine Klarstellung, dass der Begriff „Unternehmensgruppe“ in IFRS 2 dieselbe Bedeutung hat wie in IAS 27.
  • IAS 39 „Finanzinstrumente Ansatz und Bewertung – geeignete Grundgeschäfte“: Mit den Änderungen an IAS 39 wird klargestellt, wie bei der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften mit dem Inflationsanteil von Finanzinstrumenten und mit Optionskontrakten, die als Sicherungsinstrument genutzt werden, zu verfahren ist.
  • Änderungen zu IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ (durch jährlichen Verbesserungsstandard Projekt 2008): Die Änderungen umfassen hauptsächlich Spezifizierungen der Offenlegungsanforderungen.
  • IFRIC 12 „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“: IFRIC 12 stellt klar, wie die zugrunde liegenden Infrastruktureinrichtungen vom Betreiber einer Dienstleistungskonzessionsvereinbarung bilanziert werden. Diese neue Vorschrift hatte keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.
  • IFRIC 15 „Verträge über die Errichtung von Immobilien“: IFRIC 15 gibt Aufschluss darüber, in welchem Fall Umsatzerlöse aus der Errichtung von Immobilien im Abschluss auszuweisen sind und ob ein Vertrag zur Errichtung von Immobilien in den Anwendungsbereich von IAS 11 „Fertigungsaufträge“ oder von IAS 18 „Erträge“ fällt. Für den Konzernabschluss hatte diese neue Interpretation keine Relevanz im Berichtszeitraum.
  • IFRIC 16 „Absicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb“: In dieser Interpretation, welche keine Auswirkung auf den Konzernabschluss hatte, werden mögliche Ab-sicherungen einer Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe und deren Bilanzierung geregelt.
  • IFRIC 17 „Sachdividenden an Eigentümer“: Die Interpretation bietet eine Richtlinie zur Buchung von Sachdividenden an Eigentümer, die entweder als Ausschüttung der Reserven oder als Dividende ausgestellt wurden. Auf den Konzernabschluss hatte die neue Interpretation keinen Einfluss.
  • IFRIC 18 „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden“: In dieser Interpretation, die keine Relevanz für den Konzern hat, wird dargelegt, wie ein Unternehmen Sachanlageübertragungen durch einen Kunden zu bilanzieren hat. Unter den Anwendungsbereich dieser Interpretation fallen u. a. Verträge, bei denen ein Unternehmen von einem Kunden eine Sachanlage erhält, die es dann dazu verwenden muss, diesen Kunden an ein Leitungsnetz anzuschließen und/oder ihm dauerhaft Zugang zu den betreffenden Gütern oder Dienstleistungen (z. B. Strom, Gas, Wasser) zu gewähren.

Die Übernahme dieser Änderungen und Interpretationen hatte – sofern überhaupt praktische Bedeutung für den Konzernabschluss bestand – keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Berichtszeitraum.